07.05.11

Weizen Preisentwicklung bei 240 €/Tonne: Dürren erhöhen Weizenpreis


Die Weizenpreisentwicklung ist weiterhin am steigen. So dürfte das Wetterphänomen „La Niña“ die Niederschlagshäufigkeit in den USA, Europa und Asien verringern. Trockene Böden lassen die Ernteerträge sinken. Dies wiederum müsste zwangsläufig zu steigenden Weizenpreisen führen, prognostizieren Rohstoffexperten.

Seit dem Frühjahr 2010 ist die Weizenpreisentwicklung bereits am klettern. So erhöhte sich der Tonnenpreis von 115,75 Euro auf 240,00 Euro zwischen dem 9. März 2010 und dem 6. Mai 2011. Damit konnte sich der Weizenpreis mehr als verdoppeln in den letzten 15 Monaten und erfuhr eine Wertsteigerung in Höhe von +107,34 Prozent.

Steigende Lebensmittelpreise gelten auch als eine der Hauptursachen für die politischen Revolten in der arabischen Welt. Insbesondere die Staaten Nordafrikas sind auf Weizenimporte angewiesen. So führte die steigende Weizenpreisentwicklung im Ende Januar 2011 zu regelrechten Hamsterkäufen der algerischen Regierung auf dem Weltmarkt. Am 9. Februar klettert der Weizenpreis auf 278,50 Euro je Tonne.

Wegen des Wetterphänomens „La Niña“ geht der Meteorologe Jim Dale vom britischen Wetterdienst tendenziell von steigenden Preisen für Weizen aus. „Die Preise werden eher nach oben gehen als nach unten. Die Dinge laufen in die falsche Richtung. So bekommen trockenen Regionen mehr Regen und feuchtere Landschaften weniger Niederschlag“, sagte Dale.

Die globalen Wetteränderungen könnte insbesondere China treffen. Das Reich der Mitte ist das weltweit größte Anbauland von Weizen. Durch die steigende Weizenpreisentwicklung 2011 erhöht sich auch die chinesische Inflation, welche derzeit bei +5,4 Prozent liegt. Dies wiederum hat Konsequenzen auf die Geldpolitik und sollte dazu führen, dass die chinesische Zentralbank (PBOC) die Zinsen weiter steigen lässt, um die Bevölkerung vor einer zu hohen Geldentwertung zu schützen.

Steigende Zinsen bedeuten auch eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik. Insgesamt besteht daher die Gefahr, dass anziehende Lebensmittelpreise die Erholung der Weltwirtschaft nach der Finanzkrise beeinträchtigen werden.