23.04.16

Silberpreis Prognose: Deutsche Bank sieht rasch 20 $/Unze

20% hat Silber im laufenden Monat bereits zugelegt. Zwischen dem 1. April und 21. April kletterte der Silberpreis von 14,77 US-Dollar auf 17,70 Dollar. Jetzt könne es sehr rasch auf 20 Dollar gehen, sagt das Edelmetall-Research der Deutschen Bank in Großbritannien. Die Spekulanten am Terminmarkt sind schon fast ein wenig zu optimistisch.

"Wir glauben, dass Silber vom Momentum getragen werde", schreibt die Deutsche Bank in einen am Freitag veröffentlichten Research-Papier, das dem Finanzdienst Bloomberg vorliegt. Silber neige dazu, sehr spät den Zyklus am Edelmetallmarkt zu folgen. Der Silberpreis könne auf kurze Sicht auf 20 Dollar steigen, heißt es in dem von dem Research-Chef für Edelmetalle, Grant Sporre, abgesegneten Bericht.

Aktuell liegt das Edelmetall bei 16,95 Dollar. Die Silberpreisentwicklung ist nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in eine Schwächephase übergetreten. Noch ist unklar, ob es sich um ein kurzes Luftholen des Silberpreises handelt, bevor er in den Bereich 18-20 Dollar ansteigt. Möglich wäre auch ein Rückfall bis zu einer Unterstützung bei 16,10 Dollar.

Terminmarkt-Spekulanten sind extrem bullish. Mit 71.428 Kontrakten überstiegen am letzen Dienstag die Kaufpositionen von spekulativen Konten die Verkaufspositionen, wie die Terminmarktaufsicht CFTC am Freitagabend mitteilte. Zum Vergleich: Als der Silberpreis im April 2011 auf knapp 50 Dollar kletterte, hatten die wöchentlichen Salden zwischen 30.000 und 40.000 Future-Kontrakten gelegen.

Der Silber-Trade sei fürs Erste "Crowded", also überfüllt, sagen Händler. Wenn so viele Kaufpositionen im Markt sind, ist das kurzfristige Rückschlagpotenzial besonders groß. Eines scheint somit vorprogrammiert: Die Schwankungen der Silberpreisentwicklung werden hoch bleiben.

22.04.16

Haben Gold und Silber ihr Pulver verschossen?

Der Silberpreis sinkt von 17,70 US-Dollar auf 16,85 Dollar. Gold verliert 40 Dollar auf 1.230 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Das Gold-Silber-Verhältnis liegt bei 73, und damit 10 Punkte niedriger als im Februar. Das Thema US-Leitzinserhöhungen kehrt auf die Agenda zurück. Der Anstieg des Goldpreises scheint damit nur aufgeschoben - nicht aufgehoben.

Nachdem die US-Notenbank (Fed) ihren Leitzins im Dezember 2015 von 0-0,25% auf 0,50% anhob, kam es zu einer Goldrallye. Das gelbe Edelmetall verteuerte sich von 1.047 Dollar auf 1.284 Dollar bis Anfang März 2016. Leitet man aktuell die Wahrscheinlichkeiten für die zweite Leitzinserhöhung von Zinsfutures ab, zeigt sich: Marktteilnehmer beginnen für Juni einen Fed-Zinsschritt ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Goldpreisentwicklung April 2015 bis April 2016 in US-Dollar je Feinunze

Hintergrund ist die gemäß offiziellen Statistiken hervorragende Lage auf dem US-Arbeitsmarkt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind zuletzt auf den niedrigste Stand seit 40 Jahren gefallen. Damit dürfte es zu weiteren Lohnsteigerungen kommen, was wiederum die Inflation anheizt und Fed-Chef Janet Yellen grünes Licht gäbe, den Schlüsselzins auf 0,75% zu erhöhen.

"Nachdem der Goldpreis seit Jahresbeginn fast 20% zugelegt hat, ist kurzfristig eine gewisse (technische) Konsolidierung wahrscheinlich; mittel- und langfristig bleiben wir aber konstruktiv für Gold", heißt es in dem aktuellen Heft "Anlagebarometer" der Zürcher Kantonalbank.

Nach einer US-Leitzinserhöhung im Juni könnte dann die nächste Goldrallye losgehen. Höhere Zinsen sind schlecht für die Konjunktur und dürften - wie zu Jahresbeginn - einen Rückgang der Aktienkurse zur Folge haben. Gold würde dann wieder die Nachfrage von Anlegern, die sichere Hafen suchen, bekommen. Der Effekt, dass höhere Zinsen die Attraktivität von Gold mindern, wäre ausgeblendet.

21.04.16

Was macht Gold? EZB vergibt Firmenkredite per Notenpresse

Für Gold beginnt ab 1.260 US-Dollar eine Mauer, die bis 1.280 Dollar nach oben ragt. Zum sechsten Mal seit Anfang März scheitert die Goldpreisentwicklung daran, diese Mauer zu überspringen. Silber hat es da einfacher. Das weiße Edelmetall ist an den Finanzmärkten der Vermögenswert der Stunde. Der Silberpreis klettert bis auf 17,70 Dollar.

War die turnusmäßige Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) positiv oder negativ für Gold und Silber? Weder noch. Das gute aus der Sicht eines Gold- und Silberinvestors ist, dass EZB-Chef Mario Draghi keine Anstalten macht, die Gelddruckmaschine abzuschalten. Das Gegenteil ist der Fall: Die EZB beginnt in Kürze Geld zu drucken, um Anleihen von Unternehmen anzukaufen.

Auch ausländische Unternehmen können sich auf diese Weise Geld von der EZB leihen. Sie müssen dazu nur eine Zweigniederlassung in der Eurozone haben (oder noch auf die Schnelle eine eröffnen). Unternehmen gehen in der Regel schneller pleite als Staaten. Das Ausfallrisiko ist auch höher, weil für die Emittenten kein ESM-Rettungsschirm parat steht und Draghis "Whatever-it-Takes-Versprechen" nicht gilt.

Börsianer erhoffen sich von den EZB-Käufen auf kurze Sicht einen Schub an den Aktienmärkten. Kauft die EZB Anleihen von Unternehmen, fallen deren Zinsen. Blue-Chip-Firmen haben mehr Geld für Aktienrückkäufe in der Kasse. Vor allen die Amerikaner machen regen Gebrauch davon sich Geld zu leihen, um die eigenen Aktien zu zurückkaufen.

Gold dürfte sich in einem Umfeld steigender Aktienmärkte schwer tun. Silber könnte es leichter haben, weil es neben einem Edelmetall zugleich ein Industriemetall ist. Es profitiert von verbesserten Konjunkturperspektiven, die von den Aktienmärkten auf die Realwirtschaft abfärben. Gleichwohl scheint die Luft fürs erste raus zu sein. Der Silberpreis sinkt in wenigen Stunden von 17,70 Dollar auf 16,95 Dollar.

20.04.16

Gold alarmiert: Setzt Trump Fed-Chefin Yellen vor die Tür?

Partystimmung an den Finanzmärkten: Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle steigen. Einzig die Fans von Festverzinslichen bleiben zurück. Die Kurse von Anleihen fallen. Der Goldpreis steht vor einer mit Spannung erwarteten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) bei 1.250 US-Dollar je Feinunze. Das sind 20 Dollar mehr als zu Wochenbeginn. Donald Trump droht dem Goldmarkt die Garantin für höhere Preise wegzunehmen.

Aktien-Anleger sind im Kaufrausch. Es kommt nun zu der Rallye, die laut vielen Börsianern wegen der jüngsten Geldschwemme der EZB überfällig war. Wenn Mario Draghi nun erneut vor die Presse tritt, wird er wohl kein weiteres Lockerungspaket aus dem Ärmel zaubern. Er dürfte aber darauf bedacht sein, mit unterstützenden Worten die Laune an den Finanzmärkten hochzuhalten. Damit wäre der EZB derzeit am meisten gedient, zumal die Banken-Aktien immer noch auf wackligen Beinen stehen.

Der Silberpreis klettert mit 17,35 Dollar auf ein 11-Monatshoch. "Alles ist bullish für Silber", zitiert das Finanzmarkt-Portal "Market Watch" Chintan Karnani von Insignia Consultants. Antriebsfeder sei die Silbernachfrage der Solarindustrie und von der asiatischen Schmuckbranche. Silber darf gemäß Karnani keine Zeit vertrödeln. Sollte es in den nächsten drei Wochen nicht über 17,60 Dollar steigen, müsse man mit einem Rückfall unter 14 Dollar rechnen.

Wer auf Gold setzt, macht sich wegen Donald Trump Sorgen. Bei einem Einzug ins Weiße Haus neige er dazu, der Chefin der US-Notenbank (Fed), Janet Yellen, eine zweite Amtszeit zu verwehren, sagt Trump dem Magazin "Fortune". Yellen steht für eine ultralockere Geldpolitik, was steigende Goldpreise begünstigt. Zuletzt sagte sie, sie wolle die Inflation über das 2-Prozent-Ziel "überschiessen" lassen.